Was bedeuten sie für Arbeitgeber?

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Die wichtigsten Bestimmungen des Employment (Allocation of Tips) Act 2023 und des Verhaltenskodex zur fairen und transparenten Verteilung von Trinkgeldern treten am 1. Oktober 2024 in Kraft.

Es gab Bedenken, dass einige Arbeit­geber beispiel­sweise Abzüge vom Trinkgeld vornehmen oder einen Teil des Trinkgelds für „Verwal­tungs­ge­bühren“ einbe­halten. Das Gesetz verlangt von Arbeit­gebern, sicherzustellen, dass Arbeit­nehmer „Trinkgelder, Trinkgelder und Servicege­bühren“ („Trinkgelder“) vollständig erhalten und dass Trinkgelder fair und trans­parent verteilt werden.

Laut Unite, der Gewerkschaft, die Beschäftigte im Gastgewerbe vertritt, wird das Gesetz Auswirkungen auf über vier Millionen Arbeit­nehmer haben, denen Trinkgeld gegeben wird. Mager:

  • Alle am oder nach dem 1. Oktober 2024 gezahlten Trinkgelder, über die der Arbeit­geber Kontrolle oder maßge­blichen Einfluss ausübt, müssen den Arbeit­nehmern, einschließlich berechtigter Zeitar­beit­skräfte, fair zugeteilt werden
  • Die vollständige Zahlung (abzüglich geset­zlicher Abzüge wie Steuern und NIC) muss spätestens am Ende des Monats erfolgen, der auf den Monat folgt, in dem das Trinkgeld gezahlt wurde
  • Arbeit­geber müssen über eine schriftliche Trinkgeldrichtlinie verfügen und Aufze­ich­nungen führen
  • Ein unabhängiger Tronc-Mitar­beiter kann Tipps geben. Ein Tronc-System ist eine spezielle Vergü­tungsvere­in­barung, die es Unternehmen ermöglicht, beispiel­sweise eine externe Wirtschaft­sprü­fungs­ge­sellschaft oder Lohnbuch­hal­tungs­firma zu beauf­tragen, Trinkgelder, Trinkgelder und Servicege­bühren gerecht an die Mitar­beiter zu verteilen.
  • Arbeit­nehmer können ihre Rechte nicht kündigen und beim Arbeits­gericht Klage wegen Geset­zesver­stößen einre­ichen
  • Das Gesetz gilt in England, Wales und Schot­tland

Das Gesetz gilt nur für „quali­fizierte Tippgeber“, die:

  • Alle vom Arbeit­geber erhal­tenen Trinkgelder und
  • Bestimmte Arbeiter erhielten Trinkgeld

Vom Arbeit­geber erhaltene Trinkgelder werden vom Kunden bezahlt, entweder vom Arbeit­geber oder einer dem Arbeit­geber naheste­henden Person. Dazu gehören Trinkgelder, die per Kredit- oder Debitkarte gezahlt und auf das Bankkonto des Arbeit­gebers eingezahlt werden, bevor sie an die Mitar­beiter verteilt werden, oder wenn das Trinkgeld über eine mobile App empfangen wird.

Trinkgelder, die der Arbeit­nehmer erhält, beispiel­sweise Bargeld-Trinkgelder, werden vom Kunden gezahlt, gehen jedoch später nicht an den Arbeit­geber oder eine mit dem Arbeit­geber verbundene Person. Das Gesetz deckt solche Trinkgelder nur dann ab, wenn sie der Kontrolle des Arbeit­gebers unter­liegen oder wenn der Arbeit­geber erheblichen Einfluss auf die Verteilung der Trinkgelder hat, beispiel­sweise wenn der Arbeit­geber anordnet, dass alle Trinkgelder unter den Mitar­beitern oder am Ende der Schicht geteilt werden.

Das Gesetz gilt für Arbeit­nehmer und berechtigte Leihar­beiter. Folglich müssen Trinkgelder auch gerecht an berechtigte Leihar­beiter verteilt werden, obwohl dies auch über deren Vertreter erfolgen kann (voraus­ge­setzt, der Vermittler hat das Trinkgeld vom Arbeit­geber erhalten).

Wie können Arbeit­geber sicher­stellen, dass Trinkgelder fair und trans­parent verteilt werden?

Der Verhal­tenskodex enthält „übergreifende Grund­sätze“ der Fairness. Arbeit­geber müssen dies bei der Gestaltung und Umsetzung ihrer Trinkgeldrichtlinien berück­sichtigen.

Inter­es­san­ter­weise besagt der Kodex, dass eine gerechte Zuteilung und Verteilung von Trinkgeldern nicht unbedingt bedeutet, dass alle Mitar­beiter den gleichen Anteil erhalten. Allerdings sollten Arbeit­geber faire und vernün­ftige Faktoren nutzen, um ihre Trinkgeld­prak­tiken zu bestimmen, und der Kodex liefert Beispiele:

  • Art der Rolle/Arbeit, z. B. Verteilung zwischen Front- und Backroom-Mitar­beitern
  • Grundlohn (und wie Mitar­beiter engagiert werden)
  • Arbeitsstunden, wenn Trinkgelder einge­gangen sind
  • Einzel- und/oder Teamleistung
  • Dienstalter/Verantwortungsniveau
  • Dienstzeit
  • Kunden­ab­sicht

Arbeitgeber müssen bei der Auswahl und Anwendung der Faktoren eine rechtswidrige Diskriminierung vermeiden.

Unabhängige Tronc-Verein­barungen, bei denen eine externe Wirtschaft­sprü­fungs- oder Lohnbuch­hal­tungs­firma die Verteilung von Trinkgeldern übernimmt, sind im Gastgewerbe üblich. Die Grund­sätze der Fairness und Trans­parenz gelten weiterhin. Wenn der unabhängige Tronc unfair oder unsachgemäß handelt, muss der Arbeit­geber Maßnahmen ergreifen, wie z. B. den unabhängigen Tronc anweisen, seinen Betrieb zu ändern, den unabhängigen Tronc zu ersetzen oder den Vertrag zu kündigen.

Im Hinblick auf Trans­parenz müssen Arbeit­geber allen Arbeit­nehmern und berechtigten Vertragsar­beitern eine schriftliche Richtlinie zum Umgang mit Trinkgeldern zur Verfügung stellen. Die Bereit­stellung kann entweder in elektro­n­ischer Form oder als physische Kopie erfolgen. Sie benötigen keine schriftliche Richtlinie, wenn Trinkgelder von Mitar­beitern keine quali­fizierten Trinkgelder darstellen. Es müssen jedoch bestimmte Infor­ma­tionen bereit­gestellt werden, einschließlich der Tatsache, dass der Arbeit­geber nicht verpflichtet ist, über eine schriftliche Richtlinie zu verfügen, und die Gründe dafür angegeben werden. Aufze­ich­nungen über alle erhal­tenen berechtigten Trinkgelder und den jedem Mitar­beiter zugewiesenen Betrag müssen drei Jahre lang aufbe­wahrt werden.

Arbeit­nehmer können beim Arbeits­gericht Berufung einlegen, wenn schriftliche Richtlinien und Aufze­ich­nungspflichten nicht einge­halten werden und/oder der Arbeit­geber Trinkgelder nicht fair verteilt und ausgezahlt hat. Die Fristen zur Einre­ichung einer Klage betragen drei Monate bzw. zwölf Monate. In beiden Fällen kann das Arbeits­gericht die Beschwerde für begründet erklären, den Arbeit­geber zur Einhaltung verurteilen und eine Entschädigung von bis zu 5.000 £ anordnen. Bitte beachten Sie, dass ein berechtigter Zeitar­beit­nehmer den Anspruch neben oder anstelle des Arbeit­gebers auch gegenüber dem Vermittler geltend machen kann.

Ratschläge für Arbeitgeber

Vor dem 1. Oktober 2024 sollten Arbeit­geber ihre Trinkgeld­verteilungssysteme, die Führung von Aufze­ich­nungen und ihre schriftlichen Richtlinien überprüfen, insbesondere die Faktoren, die für „Fairness“ im Kodex relevant sind. Ich empfehle, sich mit den Mitar­beitern über die Richtlinien zu beraten. Auch wenn keine Verpflichtung dazu besteht, hilft es dem Arbeit­geber, Fairness zu gewährleisten, wenn die Arbeit­nehmer der Richtlinie zustimmen.

Der Kodex ist nicht rechtsverbindlich, wird jedoch von Arbeits­gerichten bei Streit­igkeiten über Trinkgeld­prak­tiken berück­sichtigt. Daher sollten sich Arbeit­geber mit dem Kodex vertraut machen.

Schließlich hat Unite kürzlich seine Kampagne „Fair Pay and Fair Tips“ gestartet. Der Schwer­punkt liegt darauf sicherzustellen, dass die Beschäftigten im Gastgewerbe ihre Rechte verstehen. Unite wird „illoyale Arbeit­geber benennen und beschämen, die versuchen, die neue Geset­zgebung zu ignorieren oder zu verfälschen“.


Hannah Waterworth

Hannah Water­worth ist Arbeit­srecht­san­wältin im Team für Beschäf­tigung, Renten, Sozialleis­tungen und Einwan­derung von Blake Morgan.

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