Die Marktkorrektur im August 2024: Was ist passiert?

Die Marktkorrektur im August 2024: Was ist passiert?

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Die Dynamik, die seit Oktober 2022 einen Bullen­markt vorangetrieben hatte, wurde Anfang August 2024 unter­brochen. Ausgelöst wurde dieser plötzliche Wandel durch Befürch­tungen über die Stärke der US-Wirtschaft, insbesondere nach der Veröf­fentlichung eines Arbeits­mark­t­berichts am 2. August. Der Bericht zeigte bescheidene Beschäf­ti­gungszuwächse und einen Anstieg der Arbeit­slosen­quote im Juli, was Befürch­tungen aufkommen ließ, dass sich die Wirtschaft verlangsamen könnte. Diese Bedenken wurden durch die Sorge verstärkt, dass die Federal Reserve Zinssenkungen, von denen erwartet wurde, dass sie die Wirtschaft­stätigkeit ankurbeln würden, zu lange hinaus­gezögert haben könnte.

Infolgedessen verze­ich­neten die Aktien­märkte am 2. und 5. August starke Rückgänge. Der technolo­gielastige NASDAQ Composite Index betrat offiziell den Korrek­turbereich und fiel gegenüber seinem Höchst­stand vom 10. Juli 2024 um 13 %. Der S&P 500, ein weiterer wichtiger Marktindex, fiel gegenüber seinem Höchst­stand vom 16. Juli um 8,5 % und näherte sich ebenfalls dem Korrek­tur­niveau. Dieser plötzliche Abschwung löste bei vielen Anlegern die Frage aus, ob dies nur ein vorüberge­hender Rückschlag in einem ansonsten starken Markt oder der Beginn größerer wirtschaftlicher Heraus­forderungen war.

Die Rolle von Marktkorrekturen

Marktko­r­rek­turen sind zwar besorgnis­er­regend, aber keine Seltenheit. Sie treten oft nach einer längeren Periode steigender Aktienkurse auf, wie man am Bullen­markt beobachten kann, der im Oktober 2022 begann. Eine Korrektur kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, darunter Wirtschafts­daten, geopoli­tische Ereignisse oder Verän­derungen in der Anlegerstimmung. Im August 2024 war es eine Kombi­nation aus wirtschaftlicher Unsicherheit und verzögerten geldpoli­tischen Anpas­sungen, die die Märkte verun­sicherte.

Trotz der negativen Markten­twicklung empfehlen Finanz­ex­perten Anlegern, nicht in Panik zu verfallen. Eric Freedman, Chief Investment Officer der US Bank Wealth Management, betonte, dass der jüngste Abschwung tatsächlich eine Chance darstellen könnte.

Ursachen der Marktkorrektur im August 2024

Mehrere Faktoren trugen zur Marktko­r­rektur Anfang August 2024 bei:

  1. Wirtschaftliche Bedenken: Die beschei­denen Beschäf­ti­gungszuwächse und die steigende Arbeit­slosen­quote, die Anfang August gemeldet wurden, gaben Anlass zur Sorge über die Gesundheit der US-Wirtschaft. Die Anleger befürchteten, dass die Federal Reserve Zinssenkungen zu lange hinaus­gezögert haben könnte, was möglicher­weise zu einem langsameren Wirtschaftswachstum führen würde.
  2. Gehebelte Positionen: Einige Händler, die sich Geld geliehen hatten, um in Aktien zu investieren, waren gezwungen, ihre Bestände schnell zu verkaufen, um ihren Verpflich­tungen nachzukommen. Dieser schnelle Verkauf trug zum Rückgang des Marktes bei.
  3. Globale Einflüsse: Eine überraschende Zinser­höhung durch die japanische Zentralbank führte zu einem stärkeren Yen, erhöhte die Kreditkosten für fremd­fi­nanzierte Anleger und belastete das Finanzsystem zusät­zlich.

Was Anleger wissen sollten

Auch wenn Marktko­r­rek­turen unangenehm sind, bedeuten sie nicht zwangsläufig einen langfristigen Abschwung. Historisch gesehen folgt auf Korrek­turen häufig eine Erholung, da sich die Märkte an neue Infor­ma­tionen anpassen. Beispiel­sweise erlebte der S&P 500 im Laufe des Jahres mehrere Rückgänge von 5 % bis 10 % oder mehr, beendete das Jahr jedoch häufig mit positiven Renditen.

Rob Haworth, Senior Investment Strategy Director bei US Bank Wealth Management, weist darauf hin, dass die Korrektur Anfang August eher mit den Heraus­forderungen der Finanzmärkte als mit einer umfassenderen Wirtschaft­skrise zusam­men­hängt.

Blick nach vorn: Chancen und Risiken

In Zukunft werden mehrere Schlüs­selfak­toren die Richtung des Marktes beein­flussen:

  • Politik der Federal Reserve: Die Zinsentschei­dungen der Fed werden entscheidend sein. Wenn die Fed wie erwartet die Zinsen senkt, könnte dies die Wirtschaft ankurbeln und höhere Aktienkurse unter­stützen.
  • Wirtschafts­daten: Anleger werden die kommenden Wirtschafts­berichte, insbesondere zu Beschäf­tigung und Inflation, genau beobachten, um die Gesundheit der Wirtschaft einzuschätzen.
  • Unternehmensgewinne: Die Gewinne des zweiten Quartals verze­ich­neten ein starkes Wachstum, insbesondere im Technolo­giesektor. Die Gewin­nen­twicklung im späteren Verlauf dieses Jahres wird ein Schlüs­selfaktor für die Bestimmung der Marktrichtung sein.
  • Globale Ereignisse: Geopoli­tische Spannungen und andere externe Risiken könnten sich auch auf die Markt­stimmung und ‑leistung auswirken.

Fazit: Marktkorrekturen meistern

Marktko­r­rek­turen sind zwar besorgnis­er­regend, gehören aber zum natür­lichen Auf und Ab der Finanzmärkte. Für langfristige Anleger können diese Momente Gelegen­heiten bieten, sich zu niedrigeren Preisen in hochw­ertige Vermö­genswerte einzukaufen. Experten raten dazu, ein diver­si­fiziertes Portfolio beizube­halten und sich auf langfristige finanzielle Ziele zu konzen­trieren, anstatt auf kurzfristige Markt­be­we­gungen zu reagieren.

Für aktivere Händler kann eine Marktko­r­rektur Chancen bieten Swing-Tradeeine Strategie, die kurz- bis mittel­fristige Preis­be­we­gungen erfasst. Swing­trader wollen bei Korrek­turen von der Preisvolatilität profi­tieren, weshalb dies in Zeiten der Marktin­sta­bilität ein nützlicher Ansatz ist. Es erfordert jedoch ein sorgfältiges Timing und Risiko­man­agement, da Preiss­chwankungen unvorhersehbar sein können.

Im weiteren Verlauf der zweiten Jahreshälfte 2024 werden Zinsentschei­dungen der Fed, Arbeits­mark­t­trends und Unternehmensgewinnberichte die wichtigsten Treiber der Marktleistung sein. Während externe Risiken wie geopoli­tische Spannungen im Hinter­grund bleiben, sind die Kernfun­da­men­tal­daten der US-Wirtschaft immer noch relativ stark. Anleger sollten diese Entwick­lungen weiterhin beobachten und gleichzeitig einen ausge­wo­genen Ansatz für ihre Finanzs­trategien verfolgen.

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