Brexit-Vorteil für britische KI? | Bewegungsparadoxon | Wirtschaftskanzlei

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Derzeit scheint es, dass ein Start-up-Unternehmen nur andeuten muss, dass es an künstlicher Intel­ligenz (KI) arbeitet, um seine Chancen, Investoren an Bord zu holen, deutlich zu verbessern. Europa hat zahlreiche Gesetze und Vorschriften zur KI erlassen, und einige vermuten, dass sie einen Brexit-Vorteil haben könnte, wenn das Vereinigte Königreich außerhalb der EU liegt und daher nicht so streng reguliert ist. Die Frage ist jedoch, voraus­ge­setzt, es ist real, wie lange könnte ein solcher Brexit-Vorteil anhalten?

Der EU-Ansatz zur KI-Regulierung

Das Gesetz über künstliche Intel­ligenz (KI-Gesetz), das am 13. März 2024 vom Europäischen Parlament verab­schiedet wurde, ist der erste und sicherlich einer der weltweit umfassendsten Recht­srahmen für KI und sieht EU-weite Regeln zu Daten­qualität, Trans­parenz, menschlicher Kontrolle und vor Verant­wortung. Verstöße können zu Geldstrafen von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 % des weltweiten Jahre­sum­satzes (je nachdem, welcher Betrag höher ist) führen. Daher wird das EU-KI-Gesetz, wenn es vollständig in Kraft tritt, tiefgreifende Auswirkungen auf KI-Unternehmen haben, die in der Europäischen Union Geschäfte tätigen.

Risikobasierter Ansatz

EU-Vorschriften verfolgen einen risikobasierten Ansatz mit unter­schiedlichen Anforderungen je nach wahrgenommenem Risiko.

  • Inakzept­ables Risiko KI-Systeme werden als klare Bedrohung der Grundrechte verboten. Dazu könnten KI-Systeme gehören, die menschliches Verhalten manip­ulieren oder die Schwach­stellen einzelner Personen ausnutzen, aber auch biometrische Systeme, etwa Emotion­serken­nungssysteme am Arbeit­splatz oder die Echtzeit-Kategorisierung von Menschen.
  • KI-Systeme mit hohem Risiko In Anwen­dungs­bere­ichen wie Energie und Verkehr, medizinischen Geräten und Systemen, die den Zugang zu Bildung­sein­rich­tungen oder Arbeit­splätzen bestimmen, müssen strenge Anforderungen erfüllt werden, einschließlich Risiko­min­derung und menschlicher Aufsicht.
  • Begrenztes Risiko KI-Systeme, die direkt mit Menschen inter­agieren sollen, wie etwa Chatbots, müssen so konzipiert und entwickelt werden, dass Einzelper­sonen wissen, dass sie mit einem KI-System inter­agieren, und informiert werden, wenn Inhalte künstlich generiert oder manip­uliert wurden (Deep Fakes).
  • Minimales Risiko KI-Systeme wie KI-gestützte Videospiele oder Spamfilter fallen nicht in den Geltungs­bereich der EU-Vorschriften, Unternehmen können sich jedoch zu freiwilligen Verhal­tenskodizes verpflichten.

Der britische Ansatz zur KI-Regulierung

Der Stand­punkt der britischen Regierung wurde im Februar 2024 in ihrer Konsul­ta­tion­santwort zum Weißbuch vom März 2023 über einen innova­tions­fre­undlichen Ansatz zur Regulierung künstlicher Intel­ligenz dargelegt. In dieser Antwort wird erneut darauf hingewiesen, dass es für das Vereinigte Königreich keine neue KI-Geset­zgebung geben wird. Die beste­henden Regulierungs­be­hörden werden ihre derzeitigen Befug­nisse nutzen. Dies ähnelt dem US-Ansatz. In Erman­gelung einer übergreifenden Regulierung in den Vereinigten Staaten wird KI derzeit von einer Mischung aus Bundesregierung durch Präsidi­alverord­nungen, Landesregierungen, der Industrie selbst und den Gerichten reguliert.

Keine rechtliche Verpflichtung für britische Regulierungsbehörden

Das KI-Weißbuch der britischen Regierung vom März 2023 legt einen dezen­tralen Ansatz für die Regulierungsauf­sicht über KI dar und schlägt hochrangige Grund­sätze zur Gewährleistung vertrauenswürdiger KI als Leitfaden für die Regulierungs­be­hörden vor. Zu diesen Grund­sätzen gehören Sicherheit und Robus­theit, angemessene Trans­parenz und Erklär­barkeit, Fairness, Rechen­schaft­spflicht und Gover­nance sowie Anfecht­barkeit und Wiedergut­machungs­fähigkeit. Der Wunsch der Regierung, Flexi­bilität und das, was sie als „kritische Anpas­sungs­fähigkeit“ bezeichnet, aufrechtzuer­halten, bedeutet jedoch, dass die Regulierungs­be­hörden geset­zlich nicht verpflichtet sind, diese hochrangigen Grund­sätze zu berück­sichtigen. Der Ansatz der aktuellen britischen Regierung zur Regulierung von KI bleibt sehr locker und konzen­triert sich auf die Schaffung einer innova­tions­fre­undlichen Regulierungs­land­schaft, was im krassen Gegensatz zum EU-KI-Gesetz steht.

Der Brexit-Vorteil könnte nur von kurzer Dauer sein

Die breitere innen­poli­tische Perspektive im Vereinigten Königreich ist natürlich die bevorste­hende Parla­mentswahl, bei der allgemein erwartet wird, dass sie eine neue Labour-Regierung wählen wird. Derzeit scheint die Labour Party den Stand­punkt zu vertreten, dass keine größeren KI-spezi­fischen Gesetze geplant sind, sondern Verpflich­tungen in verschiedenen Bereichen geset­zlich verankert werden sollten. Und obwohl kein Interesse an einer Wieder­belebung der Brexit-Debatte besteht, ist eine engere, harmonis­chere Beziehung zur Europäischen Union eindeutig auch eine Priorität für eine neue Labour-Regierung.

Aber selbst ohne einen Regierungswechsel könnte jeder scheinbare Brexit-Vorteil nur von kurzer Dauer sein, da weiterhin eine starke, markt­ges­teuerte Möglichkeit besteht, dass die Einhaltung der EU-KI-Geset­zgebung zum De-facto-Standard für KI-Innova­toren wird, die überall in Europa Märkte haben wollen das Vereinigte Königreich.

Wie auch immer die KI-Regulierungs­land­schaft in den nächsten Jahren aussehen mag, das Team von Motion Paradox aus Start-up-Unternehmen und Rechts­ber­atern mit Sitz in London und Los Angeles kann Ihnen rechtliche Beratung und Anleitung sowie Unter­stützung bieten, um dies für Ihr Unternehmen sicherzustellen ist für Investoren attraktiv und bleibt konform, belastbar und profitabel.

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