Die Betriebsgewinnformel

Die Betriebsgewinnformel

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Der Betrieb­s­gewinn ist der Herzschlag Ihres Unternehmens und zeigt Ihnen, wie gut Ihr Kerngeschäft tatsächlich läuft.

Unabhängig davon, ob Sie ein erfahrener Buchhalter oder ein Klein­un­ternehmer sind, der seine Finanzen besser verstehen möchte, ist die Beherrschung der Betrieb­s­gewin­n­formel von entschei­dender Bedeutung. In diesem Leitfaden erfahren Sie Schritt für Schritt, was ein Betrieb­s­gewinn ist, wie er berechnet wird und warum er wichtig ist. Es vermittelt Ihnen nicht nur alles, was Sie zum Verständnis der Betrieb­s­gewin­n­formel benötigen, sondern gibt Ihnen auch praktische Tipps zur Verbesserung dieser wichtigen Finanzkennzahl, die Ihrem Unternehmen zum Erfolg verhelfen wird.

Was ist Betriebsgewinn?

Bevor wir uns mit der Formel befassen, definieren wir den Betrieb­s­gewinn richtig. Der Betrieb­s­gewinn, oft auch Betrieb­seinkommen oder Betrieb­s­gewinn genannt, stellt den Gewinn dar, den ein Unternehmen aus seinen Kerngeschäft­sak­tiv­itäten erwirtschaftet.

Ausgenommen sind alle Einnahmen und Ausgaben, die nicht direkt mit diesen Vorgängen in Zusam­menhang stehen, wie z. B. Zinserträge, Steuern oder Kapitalerträge.

Einfach ausge­drückt sagt Ihnen der Betrieb­s­gewinn, wie viel Geld Ihr Unternehmen mit seinen Kernak­tiv­itäten – also dem, was Sie Tag für Tag tun – verdient, ohne finanzielle oder nicht-operative Kosten zu berück­sichtigen.

Dies macht es zu einer wesentlichen Kennzahl für die Bewertung der tatsäch­lichen Rentabilität Ihres Unternehmens.

Warum ist der Betriebsgewinn wichtig?

Der Betrieb­s­gewinn ist viel mehr als nur ein Posten in Ihrer Gewinn- und Verlus­trechnung. Es ist ein Maß für die betriebliche Effizienz und finanzielle Gesundheit Ihres Unternehmens. Deshalb ist es wichtig:

  1. Konzen­trieren Sie sich auf das Kerngeschäft: Durch die Isolierung des Gewinns aus Ihren Kerngeschäft­sak­tiv­itäten bietet der Betrieb­s­gewinn einen klaren Überblick darüber, wie gut Ihr Unternehmen seinen Zweck erfüllt. Dies kann Ihnen dabei helfen, Stärken und Verbesserungspoten­ziale in Ihrem Kerngeschäft zu identi­fizieren.
  2. Einblicke für Investoren: Investoren betra­chten den Betrieb­s­gewinn oft als Schlüs­selindikator für die Fähigkeit eines Unternehmens, mit seinen Kernak­tiv­itäten Gewinne zu erwirtschaften. Dabei handelt es sich um eine Kennzahl, die die tatsäch­liche Rentabilität des Unternehmens wider­spiegelt, die nicht durch finanzielle Manöver oder einmalige Ereignisse beein­trächtigt wird.
  3. Leistungsver­gleich: Der Betrieb­s­gewinn ist ein hervor­ra­gendes Instrument zum Vergleich der Leistung im Zeitverlauf oder mit der Konkurrenz. Da es sich ausschließlich auf das Kerngeschäft konzen­triert, bietet es einen genaueren Vergleich als der Netto­gewinn, der durch verschiedene externe Faktoren beein­flusst werden kann.
  4. Interne Entschei­dungs­findung: Für Geschäftsin­haber und Manager ist das Verständnis des Betrieb­s­gewinns von entschei­dender Bedeutung, um fundierte Entschei­dungen darüber treffen zu können, wo Kosten gesenkt, wo mehr Ressourcen investiert werden sollten und wie die Preise für Produkte oder Dienstleis­tungen festgelegt werden sollen.

Die Betriebsgewinnformel

Die Formel zur Berechnung des Betrieb­s­gewinns ist einfach:

Betrieb­s­gewinn = Umsatz − Betrieb­saufwand

Lassen Sie uns das aufschlüsseln:

  • Einnahmen: Dies ist das Gesamteinkommen, das Ihr Unternehmen durch den Verkauf von Waren oder Dienstleis­tungen erzielt. Sie wird oft als oberste Zeile bezeichnet, da es sich um die erste Zahl in einer Gewinn- und Verlus­trechnung handelt.
  • Betrieb­skosten: Darin sind alle Kosten enthalten, die direkt mit der Führung Ihres Unternehmens verbunden sind. Beispiele hierfür sind die Kosten der verkauften Waren (COGS), Miete, Nebenkosten, Gehälter und andere Verwal­tungskosten. Entscheidend ist, dass die Betrieb­skosten keine Zinszahlungen, Steuern oder Kapitalerträge umfassen.

So berechnen Sie den Betriebsgewinn: Ihre Schritt-für-Schritt-Anleitung

Um die Berechnung des Betrieb­s­gewinns besser zu veran­schaulichen, gehen wir ein hypothetisches Beispiel durch.

Stellen Sie sich vor, Sie besitzen ein kleines Einzel­han­del­sun­ternehmen mit Sitz in Großbri­tannien und versuchen, Ihren Betrieb­s­gewinn für das vergangene Jahr zu berechnen. Dies sind die Schritte, die Sie unternehmen müssten:

1. Berechnen Sie Ihren Umsatz

Beginnen Sie mit der Ermit­tlung Ihres Gesam­tum­satzes. Nehmen wir an, Ihr Unternehmen hatte im letzten Jahr einen Umsatz von 500.000 £. Diese Zahl stellt Ihren Gesam­tumsatz dar.

2. Ermitteln Sie Ihre Betriebskosten

Listen Sie als Nächstes alle Ihre Geschäft­saus­gaben für denselben Zeitraum auf. Nehmen wir Folgendes an:

  • Kosten der verkauften Waren (COGS): 200.000 £
  • Miete: 50.000 £
  • Zusät­zliche Kosten: 10.000 £
  • Gehaltsabrechnung: 100.000 £
  • Sonstige Betrieb­skosten (z. B. Büroma­terial, Marketing, Wartung): 20.000 £

Gesamt­be­trieb­skosten: 380.000 £

3. Wenden Sie die Formel an

Ziehen Sie nun die gesamten Betrieb­saus­gaben von Ihrem Einkommen ab, um Ihren Betrieb­s­gewinn zu berechnen:

Betrieb­s­gewinn = 500.000 £ − 380.000 £ = 120.000 £

In diesem Beispiel beträgt Ihr Betrieb­s­gewinn 120.000 £. Das bedeutet, dass Ihnen nach Deckung aller mit der Führung Ihres Unternehmens verbun­denen Kosten 120.000 £ verbleiben, ohne Steuern, Zinsen oder andere nicht geschäftliche Einnahmen oder Ausgaben.

Häufige Fehler, die Sie bei der Berechnung des Betriebsgewinns vermeiden sollten

Obwohl die Betrieb­s­gewin­n­formel einfach ist, gibt es einige häufige Fehler, die zu Ungenauigkeiten führen können:

  1. Einschließlich nicht betrieblicher Aufwen­dungenWichtig: Es ist wichtig, Ausgaben auszuschließen, die nicht in direktem Zusam­menhang mit Ihrem Kerngeschäft stehen, wie z. B. Zinszahlungen, Steuern und etwaige Erträge aus Investi­tionen. Die Einbeziehung dieser Faktoren kann Ihre Betrieb­sergeb­nisse verzerren und ein irreführendes Bild der Betrieb­sleistung Ihres Unternehmens vermitteln.
  2. Ignorieren Sie bestimmte Geschäft­saus­gaben: Kleinere Betrieb­saus­gaben wie Büroma­terial, kleinere Wartungskosten oder Software-Abonnements werden leicht übersehen. Diese können sich jedoch im Laufe der Zeit summieren und sollten berück­sichtigt werden, um sicherzustellen, dass Ihre Betrieb­s­gewinnberechnung korrekt ist.
  3. Ausgaben falsch klassi­fizieren: Die richtige Klassi­fizierung ist der Schlüssel zu einer genauen Betrieb­s­gewinnberechnung. Beispiel­sweise sollten die Gehälter des Verwal­tungsper­sonals in den Betrieb­skosten enthalten sein, Dividen­den­zahlungen jedoch nicht. Eine falsche Klassi­fizierung kann zu über- oder unter­be­w­erteten Betrieb­s­gewinn­zahlen führen.
  4. Regelmäßige Aktual­isierung nicht möglich: Das Betrieb­sumfeld Ihres Unternehmens kann sich schnell ändern und sich sowohl auf Einnahmen als auch auf Ausgaben auswirken. Durch die regelmäßige Aktual­isierung Ihrer Berech­nungen stellen Sie sicher, dass Sie ein genaues und aktuelles Bild Ihrer Betrieb­s­gewinne haben und fundierte Entschei­dungen treffen können.

Über die Grundlagen hinaus: Die Betriebsgewinnmarge verstehen

Während es wichtig ist zu wissen, wie der Betrieb­s­gewinn berechnet wird, ist es auch hilfreich zu verstehen, wie er in das größere Finanzbild passt. Eine Möglichkeit hierfür ist die Berechnung der Betrieb­s­gewin­n­marge.

Diese Kennzahl zeigt an, wie viel Prozent Ihres Umsatzes nach Deckung der Betrieb­skosten übrig bleibt und ist ein wichtiger Indikator für die Rentabilität Ihres Unternehmens.

Die Formel für die Betrieb­s­gewin­n­marge lautet:

Betrieb­s­gewin­n­marge = (Betrieb­s­gewinn / Umsatz) ×100

Anhand unseres früheren Beispiels:

Betrieb­s­gewin­n­marge = (120.000 £ / 500.000 £) × 100 = 24 %

Eine Betrieb­s­gewin­n­marge von 24 % bedeutet, dass für jeden £ Umsatz 0,24 £ als Betrieb­s­gewinn übrig bleiben. Dies ist ein starker Indikator für die betriebliche Effizienz Ihres Unternehmens.

Was eine „gute“ Marge ausmacht, kann je nach Branche unter­schiedlich sein. Im Allge­meinen gilt eine Marge zwischen 15 % und 25 % für viele Unternehmen als gesund und wünschenswert.

Praktische Tipps zur Verbesserung Ihres Betriebsgewinns

Nachdem Sie nun wissen, wie Sie den Betrieb­s­gewinn berechnen, besteht der nächste Schritt darin, darüber nachzu­denken, wie Sie ihn verbessern können. Hier sind einige umset­zbare Tipps:

1. Kosten überprüfen und senken

Durch die regelmäßige Überprüfung Ihrer Betrieb­skosten können Sie Bereiche identi­fizieren, in denen Sie Kosten senken können, ohne Kompro­misse bei Qualität oder Service einzugehen. Beispiel­sweise könnten Sie Gelegen­heiten finden, bessere Tarife mit Liefer­anten auszuhandeln, auf energieef­fizientere Versorgung­sun­ternehmen umzusteigen oder Ihre Bestandsver­waltung zu optimieren, um die Kosten der verkauften Waren zu senken.

2. Umsatz steigern

Die Steigerung des Umsatzes ist eine weitere Möglichkeit, Ihren Betrieb­s­gewinn zu verbessern. Erwägen Sie Strategien wie Upselling an beste­hende Kunden, die Erweiterung Ihrer Produk­tlinie oder die Erschließung neuer Märkte. Wenn die Marktbe­din­gungen dies zulassen, können auch Preis­er­höhungen zu höheren Einnahmen führen.

3. Betriebsabläufe optimieren

Effizienz ist der Schlüssel zur Aufrechter­haltung und Verbesserung des Betrieb­s­gewinns. Suchen Sie nach Möglichkeiten, Ihre Abläufe zu optimieren – sei es durch die Automa­tisierung bestimmter Aufgaben, durch Investi­tionen in Technologie, die manuelle Arbeit reduziert, oder durch die Verbesserung Ihres Liefer­ket­ten­man­age­ments. Optimierte Betrieb­sabläufe können zu niedrigeren Betrieb­skosten und damit höheren Betrieb­s­gewinnen führen.

4. Überwachen Sie regelmäßig

Machen Sie es sich zur Gewohnheit, Ihren Betrieb­s­gewinn regelmäßig zu berechnen und zu überwachen, nicht nur am Jahre­sende. Regelmäßiges Monitoring hilft Ihnen, Trends frühzeitig zu erkennen und proaktive Anpas­sungen vorzunehmen.

Wenn Sie beispiel­sweise einen Rückgang Ihres Betrieb­s­gewinns bemerken, können Sie die Ursache unter­suchen – seien es steigende Kosten oder rückläufige Umsätze – und Korrek­tur­maß­nahmen ergreifen, bevor sich dies auf Ihr Endergebnis auswirkt.

Letzte Gedanken

Für jeden, der an der Führung eines Unternehmens beteiligt ist, ist es wichtig, die Betrieb­s­gewin­n­formel und deren Berechnung zu verstehen.

Es handelt sich um ein leistungsstarkes Tool, das Ihnen hilft, den Zustand Ihrer Kernbe­triebe zu beurteilen und fundierte Entschei­dungen zu treffen. Indem Sie Ihren Betrieb­s­gewinn regelmäßig berechnen und Ihre Betrieb­s­gewin­n­marge im Auge behalten, können Sie sicher­stellen, dass Ihr Unternehmen auf Kurs bleibt.

Denken Sie daran, dass der Betrieb­s­gewinn eine Momen­tauf­nahme der betrieblichen Gesundheit Ihres Unternehmens ist. Wenn Sie es stark halten, können Sie sich auf lange Sicht finanziell wohler fühlen.

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