Was ist ein Credit Default Swap und warum wird er eingesetzt?

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Wie eine Versicherungspolice kann ein Credit Default Swap vor den Unsicher­heiten des Lebens schützen – mit minimaler Vorauszahlung.

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Klein­un­ternehmer mit großen Expan­sion­splänen, aber Ihnen fehlt das Geld und Sie benötigen einen Kredit, um die Lücke zu schließen.

Sie gehen also zu Ihrer örtlichen Bank und nehmen einen Kredit über 10.000 £ auf.

Was Sie nicht wissen, ist, dass die Bank zwar bereit ist, Ihnen das Geld zu leihen, damit Ihre Expan­sion­sträume wahr werden, sie jedoch leichte Vorbe­halte hinsichtlich Ihrer Fähigkeit hat, Ihre Kreditrück­zahlungen zu leisten.

Allerdings kommt ein erfahrener Investor ins Spiel, der nicht nur an Ihr Unternehmen glaubt, sondern auch an Ihre Fähigkeit, Ihren Kredit zurück­zuzahlen.

Der Investor bietet der Bank an, 10.000 £ zu zahlen, wenn Sie mit Ihrem Darlehen in Verzug geraten. Als Gegen­leistung dafür, dass der Anleger das Risiko übernimmt, zahlt die Bank dem Anleger jeden Monat oder jedes Quartal eine kleine Gebühr – ähnlich einer Versicherung­sprämie.

Der Kaufvertrag zwischen der Bank und dem Investor wird Credit Default Swap (CDS) genannt.

In diesem Artikel besprechen wir, was ein CDS ist, wie es funktioniert, wann man ein CDS verwendet und welche Vor- und Nachteile der Kauf eines CDS hat.

Was ist ein Credit Default Swap?

Ein CDS ist ein als Finanzderivat bekannter Vertrag, der es einem Kredit­geber (dem Sicherungskäufer) ermöglicht, sein Kreditrisiko mit einem Anleger (dem Sicherungsverkäufer) auszu­tauschen oder auszu­tauschen.

Um das Ausfall­risiko auszu­gle­ichen, kauft der Kredit­geber (in unserem Beispiel die Bank) ein CDS von einem Investor, der sich bereit erklärt, den Nennwert des Kredits – zuzüglich Zinszahlungen – zurück­zuer­statten, wenn der Kredit­nehmer mit der Kreditzahlung in Verzug gerät.

Wenn der Kredit­nehmer jedoch nicht in Verzug gerät, kann der Investor alle regelmäßigen „Versicherungszahlungen“ behalten.

Die meisten Swaps sollen den Kredit­geber davor schützen, dass ein Kredit­nehmer bei risiko­r­e­ichen Kommu­nalan­leihen in Zahlungsverzug gerät. Sie schützen auch vor:

  • Gesicherte Schuld­ver­schrei­bungen
  • Unternehmenss­chulden
  • Anleihen aus Schwellen­ländern
  • Junk-Anleihen
  • Hypothekenbesicherte Wertpa­piere
  • Staatsver­schuldung.

Wie funktioniert ein Credit Default Swap?

Der Anleger ist nur dann verpflichtet, den Kredit­geber zu entschädigen, wenn ein Zahlungsausfall oder ein Kreditereignis eintritt.

Ein Kreditereignis ist eine Reihe von im CDS-Vertrag verein­barten Umständen, die den Swap aktivieren.

Die häufigsten Kreditereignisse sind:

  • Der Kredit­nehmer zahlt seine Schulden nicht wie geplant zurück.
  • Die Rückzahlungs­be­din­gungen des Kredit­nehmers wurden in einer Weise geändert, die den Kredit­geber benachteiligt, beispiel­sweise durch eine Senkung des Zinssatzes.
  • Der Kredit­nehmer meldet Insolvenz an.

Wann kommt ein Credit Default Swap zum Einsatz?

In der Reihen­folge ihrer Beliebtheit sind hier die drei Hauptver­wen­dungszwecke eines CDS aufge­führt:

1. Speku­lation

Wenn ein Swap gehandelt wird, steigt und fällt sein Marktwert, was einem CDS-Händler zugute kommen kann. Anleger handeln mit Swaps in der Hoffnung, von Preisun­ter­schieden zu profi­tieren.

Nehmen wir an, ein Investor spekuliert darauf, dass die Bonität eines Unternehmens bald sinken wird.

Basierend auf dieser Überzeugung kauft der Anleger einen CDS auf die Schulden des Unternehmens und zahlt regelmäßige Prämien an den Sicher­heits­geber.

Verschlechtert sich die Bonität des Unternehmens und tritt ein Kreditereignis ein, profi­tiert der Anleger von seiner Speku­lation durch die Auszahlung des Sicherungs­gebers.

Tritt hingegen kein Kreditereignis ein, verliert der Anleger sämtliche Prämien.

2. Absicherung

Versicherungs­ge­sellschaften, Pensions­fonds und andere Wertpa­pier­in­haber können einen CDS erwerben, um sich gegen das Risiko eines Zahlungsaus­falls eines Kredit­nehmers abzusichern.

Stellen Sie sich eine Bank mit einem vielfältigen Portfolio an Unternehmen­san­leihen vor.

Um sich vor dem Ausfall­risiko des emittierenden Unternehmens zu schützen, erwirbt die Bank einen CDS auf die Schulden des Unternehmens.

Bei einem Ausfall des Unternehmens erhält die Bank vom Sicherungs­geber eine Auszahlung, die die Verluste aus den ausge­fal­lenen Anleihen ausgleicht.

3. Arbitrage

Arbitrage ist die Strategie, Preisin­ef­fizienzen zwischen zwei Märkten auszunutzen, indem ein Wertpapier auf einem Markt gekauft und auf einem anderen weiter­verkauft wird.

Stellen Sie sich vor, ein erfahrener Arbitrage-Händler stellt fest, dass für ein bestimmtes Unternehmen eine Preisinkon­gruenz zwischen dem CDS-Markt und dem Anlei­hen­markt besteht.

Der Händler kauft dann die Anleihen des Unternehmens zu einem niedrigeren Preis und verkauft gleichzeitig einen CDS auf die Schulden des Unternehmens zu einem höheren Preis.

Bei einem Zahlungsausfall des Unternehmens gleicht der Händler den Verlust der Anleihen durch die Auszahlung des CDS aus.

Wenn das Unternehmen jedoch nicht in Verzug gerät, verdient der Händler die Prämie, indem er das CDS verkauft und gleichzeitig die Anleihen behält.

Vor- und Nachteile eines Credit Default Swaps

Neben dem minimalen Baraufwand und dem Zugang zum Kreditrisiko ohne das damit verbundene Zinsrisiko bietet ein CDS mehrere weitere Vorteile:

  • Risiko­min­derung: Ein CDS eliminiert das Risiko für Kredit­geber nicht, trägt aber dazu bei, es zu reduzieren. Diese Sicherheit kann die Unternehmensin­no­vation steigern und das Wirtschaftswachstum fördern.
  • Diver­si­fizierung: Ein Swap ermöglicht es Anlegern, ihre Portfolios zu diver­si­fizieren, was ihr Risiko verringert, da beispiel­sweise ein Unternehmen­sausfall durch regelmäßige Zahlungen aus anderen erfol­gre­ichen Swaps ausgeglichen werden kann.
  • Liquidität: Der CDS-Markt ist äußerst liquide und bietet Anlegern die Freiheit, Markt­po­si­tionen schnell ein- und auszusteigen und dabei nur minimale Transak­tion­s­ge­bühren zu zahlen.

Ein CDS hat auch seine Nachteile:

  • Schutz des Verkäu­fer­risikos: Bei finanziellem Gegenwind ist der Sicherungsverkäufer nicht in der Lage, seinen vertraglichen Verpflich­tungen aus dem CDS nachzukommen, sodass der Sicherungskäufer im Falle eines Kreditereignisses keine Entschädigung erhält. (Übrigens spielte dies eine Rolle bei der Finanzkrise 2007/08 und die europäische Staatss­chuldenkrise von 2010.)
  • Falsches Sicher­heits­gefühl: Ein Swap kann sowohl bei Kredit­gebern als auch bei Investoren ein falsches Sicher­heits­gefühl erzeugen, was zu ungesunder Risikobere­itschaft und damit zur Aufnahme riskan­terer Kredite führen kann.
  • Komplexität: CDS-Verträge können sehr komplexe und komplizierte Dokumente sein, was es für unerfahrene Anleger manchmal schwierig macht, sie zu verstehen (geschweige denn die damit verbun­denen Risiken einzuschätzen).

Letzte Gedanken

Ein CDS ist ein Risiko­man­age­mentin­strument, das das Risiko des Ausfalls eines Kredit­nehmers gegen regelmäßige Zahlungen auf einen Drittin­vestor überträgt.

Dies kann ein wertvolles Sicher­heit­snetz für Ihr Unternehmen darstellen und möglicher­weise seine finanzielle Gesundheit und Aussichten stabil­isieren.

Es ist jedoch wichtig, die Komplexität des Kaufs eines CDS zu verstehen und seine Vor- und Nachteile abzuwägen, um sicherzustellen, dass es mit Ihrer gesamten Risiko­man­age­mentstrategie übere­in­stimmt.

Schließlich birgt eine Börse auch ihre eigenen Risiken. Obwohl es einen Kredit­geber vor dem Ausfall eines Kredit­nehmers schützt, setzt es denselben Kredit­geber auch dem Risiko aus, dass der Verkäufer des CDS ausfällt.

In einem gesunden Finanzumfeld ist ein CDS ein strate­gisches Instrument zur Minimierung des Ausfall­risikos. In finanziell schwierigen Zeiten kann der Kauf eines CDS jedoch als Austausch des Ausfall­risikos gegen ein anderes angesehen werden.

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